Erstmal wünsche ich euch allen noch ein gesundes neues Jahr. Ich habe mich "letztes Jahr" auf einem Schülerzeitungseminar aktiv mit dem Thema Wahlen ab 16 beschäftigt. Dabei ist dieses Interview heraugekommen:
Wenn man bereits mit 17 Jahren sein Abitur hat, mit 16,5 Jahren mit dem Führerschein anfangen darf, mit 16 Jahren bereits Alkohol konsumieren kann, mit unter 16 Jahren mit dem Motorradführerschein anfangen kann, wieso soll man nicht auch schon mit 16 Jahren wählen dürfen? Ich wollte es genauer wissen und habe Ralf- Uwe Beck, Sprecher des Bündnisses „Mehr Demokratie e.V.“ in Thüringen dazu befragt.
Wählen mit 16. Finden Sie das sinnvoll oder nicht?
Meiner Meinung nach ist es absolut sinnvoll die Jugendlichen
ab 16 Jahren, wenn nicht sogar schon früher wählen zu lassen. Ich sehe da auch
keine guten Gründe, warum irgendjemand
jungen Menschen ihr Wahlrecht einfach vorenthalten sollte. Es kann ihnen
doch nicht einfach so weggenommen werden. Auch unsere Kinder sollten
mitbestimmen wie es in unserer Gesellschaft aussieht und wer weiß, vielleicht
werden ja dann auch die Ergebnisse der Wahlen besser.
Es ist so, dass sich viele einig sind das nicht das „Wahlalter“
das Problem ist sondern die politische Bildung. Wie sehen Sie das?
Ich sehe die Wahlen eigentlich als Chance, dass das
Interesse für die Politik geweckt wird. Es müsste dann eben aktiv mit den
verschiedenen Schulen zusammen gearbeitet werden indem der Sozialkunde
Unterricht früher anfängt und mehr im Vordergrund steht sowie manche
Hauptfächer auch. Die Lehrer sollten dann mit der Klasse über die aktuellen
Themen und Parteien diskutieren sodass die Klassen auch eine Möglichkeit haben
sich untereinander austauschen können und sich aktiv informieren.
Dementsprechend müssen selbstverständlich auch die Lehrpläne etwas geändert und
verbessert werden aber ich denke das ist das geringste Problem.
Wahlkampf auf dem Schulhof. Viele Eltern meinen, dass
Politik nicht auf den Schulhof gehört. Was denken Sie über den Wahlkampf in den
Schulen?
Wieso? Die Jugendlichen beschäftigen sich doch dann aktiv
mit Politik. Ich kann es verstehen das die Eltern nicht wollen das Parteien in
der Schule Werbung machen und ihre Kinder um den Finger wickeln oder so, aber
das ist ja auch nicht das Ziel dieses Projekts. Die Schule sollte eigentlich
mitten im Leben stehen und ein Begegnungsraum für junge Leute mit vielen
verschiedenen Interessen und Meinungen sein. Anderseits ist es für die Parteien auch
gut da sie ja sagen wir mal „scharf“ auf die Wählehrstimmen sind und ihr
Wahlprogramm dann automatisch besser auf die Jugend abgestimmt wird.
Das klingt ja alles ganz gut aber wenn ich mir so die
„Jugend von heute“ ansehe dann habe ich bei einigen da so mein bedenken. Geht
Ihnen das gar nicht so?
Den Kindern sollte einfach mehr Freiheit gegeben werden. Es
muss natürlich der Raum sein das sie sich mit dem Thema auseinander setzten und
wenn sie das ordentlich getan haben dann sollte der eigenen Meinung vertraut
werden. Es stimmt aber schon das ich etwas Angst vor den Themen habe die mir
nicht gefallen aber wie heißt es so schön? „Wo Gefahren sind wächst etwas Neues.“ Ich denke aber das wir der Gefahr einfach ins
Auge blicken muss.
| Meine Schule |
Wie stehen Sie zu der Idee der stellvertretenden Wahlen
durch Erziehungsberechtigte?
Ich halte davon überhaupt nichts. Wenn ich jetzt mal an
meine Kinder denke dann würden sie wahrscheinlich total sauer auf mich sein das
ich einfach für sie entscheide. Die jungen Menschen sollten einfach befähigt
werden. Ich sehe das ganze als Ausweichdebatte der Politik. Wenn wir das ganze
mal juristisch betrachten dann gibt es da auch einige rechtliche Bedenken, weil
die Familien die mehr Kinder haben dann ja auch mehr Stimmen haben. Das
wiederum würde das Ergebnis verfälschen und die Gleichheit der Stimmen ist
nicht mehr richtig.
Dann steht doch aber den Kommunalwahlen ab 16 in Thüringen
nichts mehr im Wege oder?
Eigentlich nicht. Ich sehe das aber so das die Jugendlichen,
also die ab 16, nicht nur auf Kommunalebene wählen sollten sondern auch bei den
Bundestagswahlen und den Europawahlen mitbestimmen dürfen. Da ja so, wie es
jetzt schon in einigen Bundesländern durchgesetzt wurden ist, ausgedrückt wird
das die Kommunalebene nicht so wichtig ist und da „die kleinen“ ruhig auch mal
was sagen dürfen. Wenn die Koalition in Thüringen so zustande kommt wie es
momentan aussieht dann stehen die Kommunalwahlen ab 16 Jahren auch in ihrem
Koalitionsvertrag. Abschließend für dieses interview und zu diesem Thema lässt
sich von mir einfach nur noch mal sagen, dass den Jugendlichen einfach mehr
Vertrauen geschenkt werden sollte.
Meine Meinung zu
diesem Thema:
Ich persöhnlich, als noch nicht 16 jährige, vertrete da eine
ähnliche Meinung wie Herr Beck. Sicherlich gibt es den ein oder anderen Schüler
bei dem man manchmal schon die simpelsten Sachen anzweifelt aber wenn die
Schule da mehr dahinter stecken und es zum Beispiel wie bei uns Sozialkunde
unterricht aber der neunten Klasse gibt dann ist dieses Ziel für Thüringen
vielleicht doch nicht mehr ganz so weit entfernt.
Bine
http://www.schekker.de/content/pro-contra-wahlrecht-ab-16
AntwortenLöschenSorry Binchen, aber ich sehe es eher wie die Contraseite.
Und ich finde auch dass Politik nichts in der Schule verloren hat.
Vielmehr sollten die Schüler generell mehr auf das Leben nach der Schule vorbereitet werden. Ähnlich wie es letztens schon die Schülerin Naina getwittert hat.:
"Ich bin fast 18 und habe keine Ahnung von Steuern, Miete oder Versicherungen. Aber ich kann ´ne Gedichtsanalyse schreiben. In 4 Spachen."
Ich finde da sollte man zunächst ansetzen.
Ja, das stimmt schon. Aber ich finde das die Politik generell in den Schulen eine größere Rolle spielen sollte. Dann kann man ja immer noch über das wählen nachdenken.
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