Mittwoch, 10. Juni 2015

Vor üppigen Blondinen kapituliert die Vernunft!


Immer schön ins Wasser rennen! Berühmt wurden Pamela Anderson im roten Badeanzug und David Hasselhoff in knapper Hose. Keine Serie haben mehr Menschen gesehen. Völlig egal, wer gerade aus den Wellen „gezogen“ wurde. Sie gehören zu den „Rettungsschwimmern von Malibu“ (auch „Baywatch“ genannt), den Titelhelden einer der weltweit erfolgreichsten US-Serien aller Zeiten. Diese langlebige US-Actionserie strotzt nur so vor leicht bekleideten und perfekten Körpern. Krasser lassen sich Extreme nicht darstellen als mit dem Vorspann zu "Baywatch". Vor üppigen Blondinen kapituliert die Vernunft! Gehirn? Vorläufig außer Kraft gesetzt. Erst nach 50 Minuten darf wieder eingeschaltet werden. Vor ca. 25 Jahren startete auf dem US-Sender NBC die Serie die in Deutschland ab September 1990 den Untertitel "Die Rettungsschwimmer von Malibu" trug. 243 Folgen wurden produziert in denen so viele Menschen aus dem Wasser gerettet werden mussten, dass ich mir die Frage stelle ob in Kalifornien die Menschen tatsächlich schwimmen, surfen und tauchen können oder nur so tun. Jedenfalls rannten die Retter stets in Zeitlupe in die Wellen, Arme und Beine (und sämtliche andere KöperteileJ) flogen durch die Gegend und die Wellen rauschten. Für die Frauen und Männer sind Muskeln Lebensinhalt und Existenz. Alle Natürlichkeit ist künstlich. Wer gut aussehen will muss Pillen essen und muskelaufbauende Präparate schlucken. Ach ja, und Brustvergrößerung hilft immer. Guten Morgen!!! Aufwachen!!! Ich weiß, Ausrufezeichen sind keine Herdentiere aber ich bin jetzt seit gut zehn Jahren beim Rettungsschwimmen und muss euch leider enttäuschen. Bei
uns gibt es keine Blondinen im roten Badeanzug, mit Silikonbrüsten, Rettungsboje, top gestylten Haaren und einem klasse Make- up. So viel Sex und Crime können wir nun mal nicht bieten.  Schminke ist da wohl auch eher der falsche Platz und die Sendung Baywatch hat mit der Realität nun mal Recht wenig zu tun. Ich habe jetzt hoffentlich keine schlaflosen Träume zerstört wenn doch dann es tut mir Leid. Mittlerweile ist David Hasselhoff vollends zur bemitleidenswerten, lächerlichen Figur geworden. Seit seine Tochter ein Video des sturzbetrunkenen Vaters gedreht hat der (immerhin mit nacktem OberkörperJ) auf dem Küchenboden kriecht und vergeblich versucht einen Hamburger zu essen kennt jeder seine Krankengeschichte. Ähnlich wie Pam Anderson ist er eine Trash-Ikone. Beide taumeln zwischen öffentlichen und privaten Bildern hin und her, Rollen, Inszenierung und melodramatische Realität sind eins geworden. Der Schauspieler Hasselhoff hat aber in einem wunderbaren Anfall von Selbstironie sein Image parodiert. Im großartigen "SpongeBob"-Film von 2004 tritt er plötzlich am Strand auf (natürlich in roter BadehoseJ)  als SpongeBob und sein Freund Patrick Hilfe benötigen. Der einstige Rettungsschwimmer nimmt den Schwamm und den Seestern auf seinen Rücken und schwimmt ins Meer hinaus. Dann steckt er die Trickfiguren – kein Witz – zwischen seine Brustmuskeln und schießt SpongeBob und Patrick nach Bikini-Bottom zurück. So wollen wir ihn in Erinnerung behalten.
Danke, Baywatch.

 Bine 
  Quellen (http://www.welt.de)