Montag, 19. Januar 2015

Wählen mit 16! Nützt das der Demokratie? Sinnvoll oder nicht?


Erstmal wünsche ich euch allen noch ein gesundes neues Jahr. Ich habe mich "letztes Jahr" auf einem Schülerzeitungseminar aktiv mit dem Thema Wahlen ab 16 beschäftigt. Dabei ist dieses Interview heraugekommen:

Wenn man bereits mit 17 Jahren sein Abitur hat, mit 16,5 Jahren mit dem Führerschein anfangen darf, mit 16 Jahren bereits Alkohol konsumieren kann, mit unter 16 Jahren mit dem Motorradführerschein anfangen kann, wieso soll man nicht auch schon mit 16 Jahren wählen dürfen? Ich wollte es genauer wissen und habe Ralf- Uwe Beck, Sprecher des Bündnisses „Mehr Demokratie e.V.“ in Thüringen dazu befragt.

Wählen mit 16. Finden Sie das sinnvoll oder nicht?
Meiner Meinung nach ist es absolut sinnvoll die Jugendlichen ab 16 Jahren, wenn nicht sogar schon früher wählen zu lassen. Ich sehe da auch keine guten Gründe, warum irgendjemand  jungen Menschen ihr Wahlrecht einfach vorenthalten sollte. Es kann ihnen doch nicht einfach so weggenommen werden. Auch unsere Kinder sollten mitbestimmen wie es in unserer Gesellschaft aussieht und wer weiß, vielleicht werden ja dann auch die Ergebnisse der Wahlen besser.


Es ist so, dass sich viele einig sind das nicht das „Wahlalter“ das Problem ist sondern die politische Bildung. Wie sehen Sie das?
Ich sehe die Wahlen eigentlich als Chance, dass das Interesse für die Politik geweckt wird. Es müsste dann eben aktiv mit den verschiedenen Schulen zusammen gearbeitet werden indem der Sozialkunde Unterricht früher anfängt und mehr im Vordergrund steht sowie manche Hauptfächer auch. Die Lehrer sollten dann mit der Klasse über die aktuellen Themen und Parteien diskutieren sodass die Klassen auch eine Möglichkeit haben sich untereinander austauschen können und sich aktiv informieren. Dementsprechend müssen selbstverständlich auch die Lehrpläne etwas geändert und verbessert werden aber ich denke das ist das geringste Problem.


Wahlkampf auf dem Schulhof. Viele Eltern meinen, dass Politik nicht auf den Schulhof gehört. Was denken Sie über den Wahlkampf in den Schulen?
Wieso? Die Jugendlichen beschäftigen sich doch dann aktiv mit Politik. Ich kann es verstehen das die Eltern nicht wollen das Parteien in der Schule Werbung machen und ihre Kinder um den Finger wickeln oder so, aber das ist ja auch nicht das Ziel dieses Projekts. Die Schule sollte eigentlich mitten im Leben stehen und ein Begegnungsraum für junge Leute mit vielen verschiedenen Interessen und Meinungen sein. Anderseits ist es für die Parteien auch gut da sie ja sagen wir mal „scharf“ auf die Wählehrstimmen sind und ihr Wahlprogramm dann automatisch besser auf die Jugend abgestimmt wird.


Das klingt ja alles ganz gut aber wenn ich mir so die „Jugend von heute“ ansehe dann habe ich bei einigen da so mein bedenken. Geht Ihnen das gar nicht so?
Den Kindern sollte einfach mehr Freiheit gegeben werden. Es muss natürlich der Raum sein das sie sich mit dem Thema auseinander setzten und wenn sie das ordentlich getan haben dann sollte der eigenen Meinung vertraut werden. Es stimmt aber schon das ich etwas Angst vor den Themen habe die mir nicht gefallen aber wie heißt es so schön? „Wo Gefahren sind wächst etwas Neues.“  Ich denke aber das wir der Gefahr einfach ins Auge blicken muss.



Meine Schule
Wie stehen Sie zu der Idee der stellvertretenden Wahlen durch Erziehungsberechtigte?
Ich halte davon überhaupt nichts. Wenn ich jetzt mal an meine Kinder denke dann würden sie wahrscheinlich total sauer auf mich sein das ich einfach für sie entscheide. Die jungen Menschen sollten einfach befähigt werden. Ich sehe das ganze als Ausweichdebatte der Politik. Wenn wir das ganze mal juristisch betrachten dann gibt es da auch einige rechtliche Bedenken, weil die Familien die mehr Kinder haben dann ja auch mehr Stimmen haben. Das wiederum würde das Ergebnis verfälschen und die Gleichheit der Stimmen ist nicht mehr richtig.


Dann steht doch aber den Kommunalwahlen ab 16 in Thüringen nichts mehr im Wege oder?
Eigentlich nicht. Ich sehe das aber so das die Jugendlichen, also die ab 16, nicht nur auf Kommunalebene wählen sollten sondern auch bei den Bundestagswahlen und den Europawahlen mitbestimmen dürfen. Da ja so, wie es jetzt schon in einigen Bundesländern durchgesetzt wurden ist, ausgedrückt wird das die Kommunalebene nicht so wichtig ist und da „die kleinen“ ruhig auch mal was sagen dürfen. Wenn die Koalition in Thüringen so zustande kommt wie es momentan aussieht dann stehen die Kommunalwahlen ab 16 Jahren auch in ihrem Koalitionsvertrag. Abschließend für dieses interview und zu diesem Thema lässt sich von mir einfach nur noch mal sagen, dass den Jugendlichen einfach mehr Vertrauen geschenkt werden sollte.


Meine Meinung zu diesem Thema:
Ich persöhnlich, als noch nicht 16 jährige, vertrete da eine ähnliche Meinung wie Herr Beck. Sicherlich gibt es den ein oder anderen Schüler bei dem man manchmal schon die simpelsten Sachen anzweifelt aber wenn die Schule da mehr dahinter stecken und es zum Beispiel wie bei uns Sozialkunde unterricht aber der neunten Klasse gibt dann ist dieses Ziel für Thüringen vielleicht doch nicht mehr ganz so weit entfernt. 

Bine